Das Gebet ist das Reden mit dem göttlichen Freund. Wer nicht betet, der kann keine Gemeinschaft mit Gott haben. Beten ist zutiefst Anbetung. Anerkennen Gottes als unseren Herrn, als den Schöpfer aller Dinge und unseren Erlöser. Der Betende verherrlicht und verehrt Gott, von dem alles kommt. Er tritt damit ein in den Sinn der ganzen Schöpfung: Die Verherrlichung Gottes.
Der Beter sucht zunächst im Rhythmus des täglichen Lebens immer wieder Gespräch mit Gott: am Morgen und am Abend. Er dankt für die Wohltaten Gottes, für sein Leben, für die vielen Kleinigkeiten des Alltags. Er bittet für die ihm Nahestehenden, darüber hinaus für sein Land und auch die Menschen der ganzen Welt, den Gott will alle erlösen.
Ein solches Gebet kann folgende Elemente beinhalten:
1. Danken (für das Leben, die Nacht, den neuen Tag)
2. Hingabe oder Reue (sich Gott am morgen schenken: „Alles aus Liebe zu Dir.", am Abend die Fehler und Sünden des Tages bereuen)
3. Eventuell Erweckung eines guten Vorsatzes (konkretes Bemühen in einem Punkt der einem vielleicht besondere Schwierigkeiten bereitet)
4. Bitten (für den kommenden Tag, die Mitmenschen und alle Menschen der Welt)
5. Anrufung der Gottesmutter, des Schutzengels, des Namenspatrons und aller Heiligen.
Da wir von uns aus nicht fähig sind mit Gott in Gemeinschaft zu treten (siehe Erbsünde), hat Gott uns durch Jesus die Erlösung angeboten. All unser Beten gelangt daher nur durch Jesus Christus zu Gott. Wir beten immer mit, in und durch ihn.
Ganz von selbst wird der so lebende Mensch Gott auch in den Sakramenten suchen. Vor allem sei hier auf die Hl. Messe hingewiesen. Sie ist ja das tiefste Gebet unseres Herrn an den Vater, da sie unser Erlösungsopfer real gegenwärtig setzt. Die Heiligung des Sonntags wurde von der Kirche näher bestimmt durch die Verpflichtung zur Teilnahme an der hl. Messe, was seine Begründung auch hierin findet.
Eine besondere Form des Gebetes ist die sogenannte Betrachtung. Sie wird vor allem von den Ordensleuten geübt. Je nach Neigung und Möglichkeit kann sie aber durchaus auch von anderen angewandt werden.