Unsere Gemeinschaft, die 1994 als Kongregation päpstlichen Rechts anerkannt worden ist, nennt sich Servi Jesu et Mariae (SJM), Diener Jesu und Mariens, da wir unser Leben in besonderer Weise dem Dienst Gottes und seiner heiligen Mutter weihen wollen. Als die SJM 1988 gegründet wurde, sahen die ersten Mitglieder ihre apostolische Aufgabe vor allem darin, ganz für die Jugend da zu sein. Einen Schwerpunkt dieser Arbeit bildet die Pfadfinderseelsorge und Gruppenarbeit in der Katholischen Pfadfinderschaft Europas (KPE).

Unser Haupthaus in Blindenmarkt
Unsere Spiritualität
„Alles zur größeren Ehre Gottes!" - Dieses Leitwort des hl. Ignatius von Loyola, nach dessen Ordensregeln wir zu leben suchen, ist Programm unseres Apostolates und unserer Spiritualität. In diesem Sinne versteht sich unsere Kongregation als eine Gemeinschaft von missionarisch gesinnten Ordensleuten, die ihr Leben ganz in den Dienst der Verkündigung des Evangeliums stellen. Geprägt vom Geist der Exerzitien des hl. Ignatius wollen wir das „Banner Christi" in die Welt tragen und so in besonderer Weise die Jugend zur Kirche zurückführen. Wir verstehen das Leben nach den evangelischen Räten als Antwort auf den Ruf Christi des Königs, der uns zu großmütiger Kreuzesnachfolge auffordert, damit wir in um so größerer Freiheit ganz für Ihn und den Einsatz für Sein Reich leben.
Alle Mitglieder der SJM legen daher die drei Gelübde der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams ab, um sich so enger an Christus zu binden und dem Dienst für die Kirche zu weihen.
Mit der Armut verbindet sich neben einem einfachen und bescheidenen Lebensstil ein gewisser Abenteuer- und Pioniergeist, der dazu drängt, immer wieder zu neuen Ufern vorzustoßen und ggf. auch auf Kosten der eigenen Bequemlichkeit überall dorthin zu gehen, wo, wie es in unseren Regeln heißt, mehr für die Ehre Gottes zu erhoffen ist. Armut heißt vor diesem Hintergrund vor allem Beweglichkeit und Freiheit für den Dienst am Heil der Seelen. Im Bereich der Pfadfinderseelsorge bedeutet dies die Bereitschaft, auf den Komfort der Konsumgesellschaft verzichten zu können und mit den uns anvertrauten Jungen und Mädchen ein einfaches Leben in der Natur zu teilen.
Wenn auch das Gelübde der Keuschheit keiner näheren Erklärung bedarf, so ist es doch von zentraler Bedeutung, da in ihm in besonderer Weise unsere vollkommene Bindung an Christus zum Ausdruck kommt.
Mit dem Gehorsam verbindet sich für uns eine besondere Treue zum Papst und zum Lehramt der Kirche. Im Bischof von Rom sehen wir den Stellvertreter Christi auf Erden, den Garant der kirchlichen Einheit und den Fels, an den es sich zu halten gilt. Aus diesem Grund bemühen sich die Mitglieder der SJM, „in ganz besonderer Treue zum Papst und seinem höchsten Lehramt zu leben, und sich als wertvolle Mitarbeiter in der Bewahrung der Einheit der Kirche und der Reinheit des Glaubens zu erweisen" (aus dem päpstlichen Errichtungsdekret). Konkret bedeutet das natürlich auch, dass wir in allen Dingen, die nicht Sünde sind, den Oberen Gehorsam leisten.
Nach dem Vorbild des Jesuitenordens verzichtet unsere Gemeinschaft auf ein gemeinsames Chorgebet, um für das Apostolat freier und beweglicher zu sein. Das Brevier wird aber von jedem einzelnen Priester oder Diakon gebetet, Um so wichtiger ist aber für jeden einzelnen ein inniges Gebetsleben, das seine Mitte vor allem im Geheimnis der Eucharistie, d. h. in der häufigen Anbetung des Altarsakramentes, haben soll. Täglich widmen wir uns eine Stunde der Betrachtung, dem inneren Gebet, das die hl. Theresa das „Verweilen bei einem Freund" nennt, um Christus immer besser kennen und darum um so mehr lieben zu lernen, denn nur so ist ja ein fruchtbares Apostolat überhaupt möglich!
Darüber hinaus beten die Mitglieder der SJM täglich den Rosenkranz. Unaufgebbarer Bestandteil unserer Spiritualität ist die Weihe an das Heiligste Herz Jesu und das Unbefleckte Herz Mariens, deren Diener wir in Wahrheit sein wollen. Diese Weihe ist von jedem einzelnen täglich zu erneuern und zu leben.
Mitte und Höhepunkt des Tages ist die Feier der hl. Messe - die Erneuerung des Kreuzesopfers Christi. Deshalb sieht die SJM in der würdigen Feier der hl. Messe das Zentrum ihrer Spiritualität. Die Zelebration des einen Opfers Christi im römischen Ritus nach dem Missale von 1962 („alter Ritus") und dem Missale von Papst Paul VI. („neuer Ritus") verstehen wir als einen wichtigen Beitrag zur liturgischen Erneuerung im Sinne der kontinuierlichen Tradition der Kirche.
Bislang arbeiten wir in mehreren Pfarreien im deutschsprachigen Raum, beschränken unser Apostolat jedoch nicht nur auf diese Länder, sondern sind auch in Kasachstan, Albanien, Rumänien, der Ukraine und Frankreich tätig. Neben der Pfarrseelsorge bieten wir Exerzitien, religiöse Bildungskreise und Katechesen an.
In besonderer Weise bemühen wir uns um die Kinder- und Jugendarbeit. Wer die Jugend kennt, weiß wie vielfältig gerade dieses Aufgabenfeld ist. So führen wir ein Internat und engagieren uns in der Gruppenarbeit der Katholischen Pfadfinderschaft Europas. Wir scheuen uns aber auch nicht, uns den Fragen all der Jugendlichen zu stellen, die heute ihr Leben auf Sportplätzen, in Schulen und Diskotheken verbringen.

Das Internat Haus Assen
Darüber hinaus setzen sich einige Mitbrüder besonders für den Schutz des ungeborenen Lebens ein und arbeiten im Presseapostolat sowie im philosophisch-theologischen Lehrbetrieb.