Servi Jesu et Mariae
Diener Jesu und Mariens
Kongregation päpstlichen Rechtes
deum Invenire in omnibus

Bericht von Janusch Wollnie

Quartalsbericht über die Arbeit in der Pfarrei Hl. Andreas in Temirtau, sowie in der Caritas in Zentralkasachstan.

In der Pfarrseelsorge hat uns der Herr in diesem Quartal einige Früchte geschenkt. Am Ostersonntag durften sechs Kinder zum ersten mal die hl. Kommunion empfangen. Die Schwestern der Mutter Theresia haben sie darauf ca. drei Monate lang vorbereitet. Allerdings hatten die Kinder vor der Zulassung eine mündliche Prüfung über ihr Glaubenswissen zu bestehen. Die Schwestern erzählten, das einige der Erstkommunionkinder vor diesem Test schreckliche Angst hatten, wegen dem „strengen“ Pfarrer. Das ist mir zwar ein Rätsel, aber immerhin hatten sie aus Furcht nicht zu bestehen, die wichtigsten Dinge gut auswendig gelernt. So haben alle die Prüfung glänzend bestanden. Zur Feier des Tages fand nach der Hl. Messe ein Gemeindefest statt, welches mit dem Osternestsuchen im Pfarrgarten abgeschlossen wurde. Beim letzteren hatten die Kinder ihre besondere Freude. Jeder größere Grasbüschel und jeder Maulwurfshügel wurden gründlich untersucht, ob darunter nicht etwas Süßes versteckt lag. Und auch die Erwachsenen hatten ihre Freude beim Beobachten dieses Schauspieles aus dem Gemeindehausfenster.

Mitte April wurden zwei neue Ministranten aufgenommen, damit hat sich ihre Anzahl auf fünf erhöht. Dank der geduldigen Unterweisung von P. Leopold, können die zwei ältesten Ministranten bereits im „vetus ordo“ dienen. P. Leopold ist übrigens bei den Kindern sehr beliebt. Er gibt Gitarrenunterricht, Orgelunterricht und spielt mit ihnen viel im Garten.

Auch gibt es bei uns in der Pfarrei neuerdings einen kleinen Gemeindechor, welchen unser Mitbruder leitet. Der erste offizielle Auftritt war bei der Firmung am 07. Juni, welche unser Erzbischof selber vornahm. Sieben Pfarrangehörige haben das hl. Firmsakrament an diesem Festtag empfangen.

In der letzten Juniwoche haben wir zusammen mit den Schwestern der Mutter Theresia ein Kinderlager an einem Fluss in der Steppe durchgeführt. Es war eine Kombination zwischen einem Pfadfinderlager und einem gewöhnlichen Ferienlager. P. Leopold war Lagerleiter der zehn Jungen und Lagerkurat für alle. Die Buben schlugen ihr Zeltlager zwischen Steppensträuchern an einer Sandbank des Flusses auf, wo sie auch die ganze Zeit über blieben. Die Mädchen hatten ihre Lagerstätte ca. einen Kilometer Flussabwärts, wo die Schwestern zusammen mit ihnen sich tagsüber aufhielten. Am Abend jedoch fuhren sie mit einem gemieteten Bus in das Schwesternkloster in Temirtau und übernachteten dort. Gemeinsam für alle waren nur die hl. Messe im Lager am Morgen und das Mittagessen, welches die Schwestern, nicht ganz ohne Anfangsschwierigkeiten, sich bemühten am Lagerfeuer zuzubereiten.

Nun sind auch endlich die lang ersehnten russischen Gebetsbücher herausgekommen. Es ist eine leicht veränderte und ergänzte Fassung der vorhergehenden. Sie sind sehr gut in ihrem Inhalt, ebenso handlich und so günstig, dass sich sogar die ärmsten eines ohne Schwierigkeiten leisten können (ca. 1,30 Euro).

In der begonnen Dorfmission in der Umgebung von Temirtau hatten wir auch einige Kindertaufen und eine Hochzeit. Aber so richtig ist dort die Seelsorg noch nicht angelaufen. Da braucht es sicherlich noch viel mehr Gebet und Mühe. Erstaunlich eist allerdings, das beinahe in jedem Dorf mindestens eine Sekte ihr „Gebetshaus“ hat.

Herzliche Grüße an alle aus unserer Mission in der kasachischen Zentralsteppe,

Euer Mitbruder P. Janusch Wollnie, Timertau, am 03.08.2009